Das gleiche Keyword für mehrere Seiten? Hell no!

Titelbild eines Artikels darüber, ob es sinnvoll ist, das gleiche Keyword für mehrere Seiten zu verwenden.
Viel bringt viel, oder? Warum schreibe ich dann nicht einfach ganz viele Blogartikel und optimiere alle auf meine wichtigsten Keywords?

Mit den Keywords ist es ja so eine Sache: Wie finde ich die richtigen? Wie viele muss ich in meinen Text packen? Wie viele brauche ich pro Seite? Manchmal kommen Seitenbetreiber auf die Idee, das gleiche Keyword für mehrere Seiten zu benutzen – frei nach dem Motto „Viel hilft viel!“ Warum das eine denkbar schlechte Idee ist, und in welchen Fällen es TROTZDEM funktioniert, zeige ich dir in diesem Artikel.

Inhaltsverzeichnis

EIN Keyword für mehrere Seiten?

Wenn meine Kunden in den Gesprächen vor Projektstart ein langes Gesicht machen, haben wir in der Regel den Punkt erreicht, an dem ich ihnen erkläre, dass ich jede Unterseite (Landingpage) und jeden Blogartikel nur auf EIN Keyword optimiere und niemals zwei Seiten für das gleiche Keyword texte. Die Einwände reichen von: Aber ich will doch für viel mehr Keywords ranken! über Aber XY ist mein wichtigster Search Term, alle anderen sind mir egal! bis zu Aber die Seiten meiner Wettbewerber sind für viel mehr Keywords optimiert!

Der Grund für die langen Gesichter meiner Kundinnen und Kunden ist ein einfaches Missverständnis, über das in der Welt der Suchmaschinenoptimierung zu wenig geredet wird:

Nur, weil ich mich beim SEO-Texten auf EIN Keyword (= Suchbegriff) pro Seite beschränke, heißt das NICHT, dass Google die Seite in den SERPs später auch nur für dieses eine Keyword ausspielt.

Ein Beispiel: Meinen Wiki-Artikel über Keywords habe ich auf die Key-Phrase Was sind Keywords? optimiert (zum Verständnis: Auch Phrasen mit mehreren Wörtern gelten in der SEO als EIN Keyword). Der Artikel ist also für EIN Keyword optimiert. Rankings hat er in der Google-Suche aber für 150+ Keywords.

Warum 1 Keyword pro Seite reicht

In der SEO sprechen wir in diesem Zusammenhang auch vom sog. Keyword-Set: Jedes Keyword kommt mit einem „Set“ von thematisch korrespondierenden Suchbegriffen, die in einem Artikel/auf einer Landingpage zu dem jeweiligen Thema nicht fehlen dürfen.

Ein Beispiel: In dem Artikel, den du gerade liest, geht es darum, warum man nicht das gleiche Keyword für mehrere Seiten verwenden sollte. In engem Zusammenhang mit diesem Thema steht der sog. Kannibalismus zwischen Keywords. Damit mein Blogartikel in den SERPs gute Rankings bekommt, muss ich den Keyword-Kannibalismus also auch erwähnen (siehe unten).

Wie das jeweilige Set für ein Keywords aussieht, ermitteln SEO-Texter:innen mithilfe entsprechender Tools. Der Screenshot unten zeit die Analyse für den Search Term „das gleiche Keyword für mehrere Seiten“ in dem Tool SEOlyze. Wie du sehen kannst, steht „Kannibalismus“ an sechster Stelle, ist für diesen Artikel also ein recht wichtiges Keyword.

Screenshot eines Artikels darüber, warum man nicht ein Keyword für mehrere Seiten verwenden sollte.
Jedes Keywords bzw. Fokus Keyword kommt mit einem Set an verwandten Suchbegriffen.

SEO-Tools sind zwar sehr hilfreich, aber du brauchst sie nicht unbedingt, um SEO-Texte zu schreiben. Vor allem musst du nicht dafür zahlen: Google stellt eine Reihe kostenloser SEO-Tools zur Verfügung, die für Webseitenbetreiber, die ihre SEO selbst machen, absolut ausreichend sind. Aber wie stellst du nun sicher, dass du dein Keyword-Set gut abgedeckt hast?

Ganz einfach: Du sorgst dafür, dass du dein Thema vollständig darstellst! Und dein „Thema“ ist dein Keyword. Genauer: Das EINE Keyword, auf das du deine Seite/deinen Blogartikel optimierst. Wir sprechen in diesem Zusammenhang auch vom sog. Fokus-Keyword.

Was ist ein Fokus-Keyword?

Das Fokus-Keyword ist das Hauptkeyword in deinem SEO-Text. Es ist das Keyword, das dein Thema am besten beschreibt, und das du im Backend deines CMS (zum Beispiel WordPress) an strategisch wichtigen Stellen einträgst. Welche Stellen das genau sind, kannst du hier nachlesen.

Um das richtige Fokus-Keyword bzw. die richtige Focus Keyphrase auszuwählen, braucht es Übung. Das Geheimnis liegt darin, die Fokus-Phrase möglichst „spitz“ zuzuschneiden, damit du deine Wettbewerber im Ranking überholst. Wie du dein Fokus-Keyword richtig zuschneidest, habe ich hier für dich zusammengefasst.

Wir merken uns: Du optimierst jede Landingpage auf deiner Website und jeden Artikel in deinem Blog auf EIN Fokus-Keyword.

Machst du es richtig, deckt die Seite/der Artikel das komplette Keyword-Set ab und rankt bei Google später für eine Vielzahl wichtiger Keywords.

Was ist Keyword-Kannibalismus?

Keyword-Kannibalismus, auch Keyword-Kannibalisierung genannt, ist die Nemesis aller SEO Consultants. Was groß und gefährlich klingt, heißt einfach nur, dass deine Keywords sich untereinander Konkurrenz machen. Wenn zwei oder mehr deiner Unterseiten bei Google für das gleiche Keyword ranken, weiß die Suchmaschine unter Umständen nicht, welche Seite denn nun die wichtigste für den jeweiligen Suchbegriff ist. Mögliche Folgen sind:

  • Keine der Seiten hat stabile Rankings.
  • Keine der Seiten erreicht Rankings in den Top-Positionen.
  • Google reiht alle Seiten schlechter, selbst wenn die Inhalte qualitativ hochwertig sind.

Im schlimmsten Fall kann es passieren, dass Google eine der Seiten als „kanonisch“ setzt und die anderen aus dem Index wirft. Das bedeutet dann, dass die Seiten, die nicht mehr indexiert sind, bei Google auch nicht mehr für andere Suchbegriffe ausgespielt werden.

Textbild in einem Artikel darüber, warum man nicht ein Keyword für mehrere Seiten verwenden sollte.
Wenn du dich nicht für EIN Keyword pro Seite entscheidest, trifft Google diese Entscheidung für dich.

Wie wählt Google die kanonische Seite aus?

Wenn zwei oder mehr URLs einer Webseite für die gleichen Keywords ranken, wählt Google die kanonische URL anhand der Nutzersignale aus. Da es das Ziel der Suchmaschine ist, Nutzerinnen und Nutzern stets das relevanteste Ergebnis zu ihrer Suche auszuspielen, wertet Google die Daten aus, die aus der Interaktion mit den jeweiligen Unterseiten entstehen:

  • Wie lange bleiben die Userinnen und User auf den einzelnen URLs (Verweildauer)?
  • Springen sie schnell wieder ab (Bounce Rate)?
  • Wie viele weitere Seiten schauen sie sich noch an (Sites per session)?

Am Ende wählt Google jene Seite als kanonische URL, die die besten User Signals hat. Die Suchmaschine geht nämlich davon aus, dass die Seite, die den Nutzer:innen am besten gefällt, für das jeweilige Keyword die relevanteste Seite ist.

Keyword-Kannibalismus ist kein Grund für Panik

Keyword-Kannibalismus ist eine ernste Angelegenheit, weil sie das Ranking deiner gesamten Webseite negativ beeinflussen und langfristig sogar deinen E-A-T-Score verschlechtern kann. Allerdings ist die Kannibalisierung für die meisten Seitenbetreiber nicht so ein massives Problem, wie SEO-Consultants es gerne darstellen. Vor allem Solo-Selbstständige, die nur wenige Unterseiten und maximal noch einen Blog auf ihrer Website haben, müssen sich um Kannibalisierung in den Google-Rankings wenig Sorgen machen.

Ein ernsthaftes Problem kann Keyword-Kannibalismus im E-Commerce werden, wo sich Texte (z.B. über Produkte) auf vielen Unterseiten wiederholen.

Was tun gegen „falsche“ kanonische Seiten?

Kannibalisierung unter Keywords entsteht häufig dann, wenn eine Webseite ohne SEO-Strategie und/oder ohne Content-Konzept aufgesetzt wird. Ein Beispiel: Einer meiner Kunden hat erst mit Content Marketing gestartet, als seine Website schon zwei Jahre alt war. Als ich dann angefangen habe, für ihn einen Blog aufzubauen und Cornerstone Content zu erstellen, hatten wir das Problem, dass Google für viele seiner relevanten Keywords schon andere URLs der Website als kanonisch festgelegt hatte, obwohl sie inhaltlich „schwach“ waren. Als ich die neuen Inhalte zur Indexierung einreichen wollte, bekamen wir also folgende Meldung:

Screenshot der Google Search Console, auf dem zu sehen ist, wie Google mit Duplicate Content verfährt.
Bewertet Google eine URL als Duplikat, wird die „doppelte“ URL nicht indexiert und in der Websuche nicht ausgespielt.

Ich habe das Problem damals gelöst, indem ich

  • eine Verlinkung in der (falschen) kanonischen Seite zum neuen Inhalt gesetzt habe, um Google mitzuteilen, dass der neue Text relevanter ist.
  • die (falsche) kanonische Seite auf „noindex“ gesetzt habe.

Es hat damals knappe zwei Monate gedauert, bis Google die neue URL als kanonisch übernommen hatte und wir mit den neuen Inhalten gute Rankings aufbauen konnten.

Falls diese Maßnahmen erfolglos bleiben, gibt es noch eine andere Möglichkeit: Du kannst Google aktiv mitteilen, welche Seiten kanonisch sind, also indexiert werden sollen, und welche Seiten für das jeweilige Keyword nicht wichtig sind. Wie das funktioniert, kannst du hier nachlesen: Google die kanonische URL mitteilen.

Wann doppelte Rankings KEIN Problem sind

Wirklich gefährlicher Keyword-Kannibalismus entsteht nur dann, wenn Google ein Keyword für zwei Unterseiten als gleich wichtig einstuft bzw. wenn Google absolut nicht entscheiden kann, welche der Seiten für das jeweilige Keyword wichtiger ist. Und das passiert in der Regel wirklich nur dann, wenn du absichtlich das gleiche Keyword für mehrere Seiten verwendest, also bewusst mehr als eine Seite auf ein und dasselbe Fokus-Keyword optimierst.

Was viele nicht wissen: Keyword-Kannibalismus light gibt es auf JEDER Webseite.

Das ist auch völlig logisch, denn normalerweise drehen sich ja sämtliche Inhalte einer Webseite um ein bestimmtes Thema. In meinem Fall geht es um Suchmaschinenoptimierung und darum, online besser gefunden zu werden. Deshalb haben alle Inhalte eine ähnliche Thematik.

Keyword-Kannibalisierung Light

Meine beiden Blogbeiträge Bei Google nach oben kommen und Google-Ranking pimpen DIY haben in der Web-Suche zum Beispiel beide Rankings für das Keyword Google Ranking verbessern. Trotzdem kannibalisieren sie sich nicht, weil Google erkennt, dass der zweite Artikel (Ranking pimpen DIY) für dieses Keyword besser passt. „Besser passt“ heißt: Dieser Artikel trifft die Suchintention des Users besser (= die Absicht hinter der Suchanfrage).

Diese Unterscheidung bestätigt auch John Mueller, seines Zeichens Webmaster bei Google: Laut Müller sind „doppelte Rankings“ kein Problem, solange die Suchintention (auch Search Intent genannt) unterschiedlich ist. Im Video unten siehst du John Müllers Vortrag zum Thema:

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In meinem Fall sieht das ganze so aus: Die Suchintention hinter „Google Ranking verbessern“ ist eher: Wie kann ich das selbst machen? Welche Tipps & Tricks kann ich anwenden? Der entsprechende Artikel bedient diese Such-Absicht zu 100 Prozent.

Der Artikel „Bei Google nach oben kommen“ bedient diesen Search Intent auch, aber eben nur teilweise. Deshalb rankt der Artikel für dieses Thema zwar ebenfalls, aber nicht sehr prominent und vor allem nicht so gut, dass er den anderen kannibalisieren würde.

Noch mehr SEO-Tipps

Du hast eine eigene Website und bist dir nicht sicher, wie du sie bei Google nach ganz oben bringen kannst? Oder hast du vielleicht sogar das Gefühl, dass Google deine Seite überhaupt nicht findet? Keine Sorge: Für jedes SEO-Problem gibt es eine Lösung!

Wenn du eine schnelle Lösung brauchst, kannst du dich gerne über mein Angebot informieren und mir eine Nachricht schreiben. Wenn du lieber selbst SEO lernen und wertvolle Gratis-Tipps für dein Marketing abstauben willst, kannst du meinen Newsletter abonnieren. 🙂

Kennst du die Funktion von Meta Tags für SEO? Oder weißt du, warum es Quatsch ist, einen Artikel auf mehr als ein Fokus-Keyword zu optimieren?

Im WEEKLY SNIPPET-HUNTER teile ich jede Woche ein Geheimnis aus meiner SEO-Toolkiste mit dir.

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ÜBER MICH

Ich bin Nele Nikolaisen, Werbetexterin & SEO Consultant aus Wien.
Auf meinem No-Bullshit-SEO-Blog teile ich meine Erfahrungen aus 7+ Jahren auf Seite 1 und übersetze die Buzzwords der SEO-Szene in echte Menschensprache.

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Nele Nikolaisen
Nele Nikolaisen
Nele Nikolaisen ist SEO Consultant und Expertin für suchmaschinenoptimierte Inhalte. Privat ist sie Bücherfreundin mit Thomas-Mann-Faible, Cineastin mit Horror-Spleen und begeisterte Mama von 78 Grünpflanzen und einer Zaubernuss. Auf Select SEO teilt sie ihre Erfahrungen im Kampf um die besten Positionen bei Google und gibt Insider-Tipps rund um Content Creation, Storytelling und das Schreiben von verdammt guten SEO-Texten.

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