Die richtigen Keywords finden für deine Webseite

Titelbild eines Artikels darüber, wie man die richtigen Keywords finden kann.
Bevor du einen SEO-Text schreiben kannst, musst du erstmal die richtigen Keywords finden. Wir machen die Keyword-Recherche Schritt für Schritt zusammen.

Ein Keyword kann theoretisch alles sein: ein einzelnes Wort, zwei oder drei Wörter oder kurze Phrasen, sog. Keyword-Phrases. Wenn du von potenziellen Kund*innen über Google gefunden werden willst, musst du herausfinden, welche Keywords deine Zielgruppe in der Online-Suche genau benutzt. Anschließend musst du deine Webseite (genauer: deine Website-Texte) für genau diese Keywords optimieren. Ich zeige dir Schritt für Schritt, wie das Ganze funktioniert. Zum Schluss folgt dann noch die ultimative Keyword-Recherche-Anleitung!

Inhaltsverzeichnis

Erst Keywords finden, dann Website planen!

Wer eine Website aufsetzt, ohne die richtigen Keywords recherchiert zu haben, baut auch ein Haus ohne Fundament. Gewagte These? Schon möglich. Trotzdem führe ich bemerkenswert viele Erstgespräche, in denen sich potenzielle Kund*innen darüber beschweren, dass Google ihre Seite nicht findet oder irgendwo auf Seite acht ausspielt. Und wenn ich dann frage, ob im Vorfeld eine Keyword-Recherche gemacht wurde, folgt betretenes Schweigen.

Tatsache ist: Wenn du online gefunden werden willst, musst du erst einmal entscheiden, WOFÜR du gefunden werden willst. Und dann musst du dafür die richtigen Keywords finden.

Was viele nicht wissen: Nicht nur dein organischer Traffic hängt davon ab, ob du die richtigen Keywords für deine Website gefunden hast. Auch andere Maßnahmen im Online Marketing (z.B. SEA-Kampagnen oder Werbung über Social Media) fußen auf einer guten Keyword-Recherche. In diesem Blogartikel zeige ich dir zunächst einmal, wie du die richtigen Keywords auswählst, um von Neukund*innen über die organische (= nicht bezahlte) Google-Suche gefunden zu werden.

Warum Keywords so wichtig sind

Keywords, Suchwörter, Suchbegriffe oder Schlüsselwörter sind das Herz der Optimierung für Suchmaschinen, auch SEO (engl. Search Engine Optimization) genannt. Bei der Suchmaschinenoptimierung geht es darum, die Inhalte einer Webseite so zu gestalten, dass sie für Suchmaschinen wie Google, Bing oder DuckDuckGo besonders „attraktiv“ sind.

Warum? Ganz einfach: Je besser die Suchmaschine deine Inhalte findet, desto weiter oben steht deine Webseite in den SERPs. Und das ist extrem wichtig, denn die Kundenakquise über deine Webseite funktioniert nur dann, wenn dein Content möglichst weit oben auf Seite 1, idealerweise an Position 1 oder sogar als Featured Snippet, ausgespielt wird.

Bild in einem Artikel darüber, warum man die richtigen Keywords finden muss, um bei Google auf guten Positionen ausgespielt zu werden.
Studien zeigen, dass fast 95 Prozent aller Google-User ein Ergebnis auf Seite 1 anklicken.

Die Keywords verwendest du, um den Suchmaschinen das Thema deiner Webseite (z.B. deine Dienstleistung) mitzuteilen. Denn nur, wenn Google & Co. wissen, worum es auf deiner Webseite geht, spielen sie sie auch als Ergebnis aus, wenn jemand eine entsprechende Online-Suche absetzt. Dein Ziel muss es dabei immer sein, für deine jeweiligen Keywords die besten Inhalte im ganzen Internet zu bieten – denn das ist auch das Ziel der Suchmaschinen.

Google zum Beispiel macht kein Geheimnis daraus, dass „Awesomeness“ Webseiten aus der grauen Masse in die Meisterklasse (und bei Google nach ganz oben) katapultiert:

Was genau sind die „richtigen“ Keywords?

Wenn wir sagen, dass wir Keywords finden wollen, dann meinen wir damit natürlich nicht irgendwelche x-beliebigen Suchbegriffe. Was wir meinen, sind Suchbegriffe, die für unser Thema relevant sind. „Thema“ kann in diesem Zusammenhang sowohl das spezifische Thema eines Blog-Posts sein (z.B. Jobwechsel für Frauen ab 50) als auch das generelle Thema einer Webseite (z.B. Karrierecoaching).

Die „richtigen“ Suchbegriffe sind dann jene Wörter oder Wortkombinationen innerhalb dieses Themas, mit denen deine Zielgruppe nach deinen Dienstleistungen und/oder Produkten sucht. Wenn sie dir dabei helfen sollen, online neue Kunden zu finden, müssen deine Keywords aber noch eine Reihe anderer Voraussetzungen erfüllen.

Welche das sind, werde ich dir jetzt kurz auflisten und im weiteren Verlauf des Blogartikels erklären: Die für dich richtigen bzw. relevanten Keywords

  • werden von deiner Zielgruppe tatsächlich gesucht (haben ein spezifisches Suchvolumen).
  • sind spezifisch bzw. „spitz“ genug, um im Wettbewerb nicht unterzugehen.
  • fangen den potenziellen Kunden exakt am richtigen Punkt seiner Customer Journey.
  • spiegeln die Such-Intention der Zielgruppe (informationell, transaktional, lokal etc.).
  • passen zum Inhalt der jeweiligen Landingpage und erfüllen die Erwartungen des Users/der Userin an den Inhalt (sind kein Clickbaiting).

Deine Keywords finden in 5 Schritten

Um die richtigen Keywords für deine Webseite zu finden, gehst du folgende 5 Schritte durch. Dabei ist es egal, ob du passende Keywords für deinen Webshop suchst oder Keywords finden willst, um deine Dienstleistung(en) zu verkaufen: Der Prozess ist zunächst einmal der gleiche.

  1. Begriffs-Brainstorming & Zielgruppe kennenlernen
  2. Keyword-Ideen mit Such-Intention abgleichen
  3. Wettbewerb & Suchvolumen checken (mit Keyword Tools)
  4. Fokus-Keywords auswählen
  5. Performance auswerten & nachschleifen

(1) Brainstorming & Zielgruppe kennenlernen

Wenn wir über die Keyword-Recherche sprechen, müssen wir zwei Dinge voneinander trennen:

(1) Die Keyword-Recherche für einen einzelnen Artikel oder Blog-Post und
(2) die Keyword-Recherche für eine ganze Webseite.

Letztere erfolgt in der Regel, wenn eine Webpräsenz neu aufgebaut wird. Die Keyword-Analyse für eine ganze Domäne ist ein sehr aufwändiges Projekt, bei dem du zunächst einmal möglichst viele Suchbegriffe identifizieren musst, die im Umfeld deiner Profession/deines Themas relevant sind. Wie das geht, schauen wir uns jetzt an.

Achtung! Wenn du über deine Webseite zuverlässig Leads generieren willst, solltest du deine Keyword-Recherche mit entsprechenden Maßnahmen im Bereich der OffPage SEO (z.B. Backlink-Aufbau) kombinieren.

Quetsch dein Hirn zu deinem Thema aus

Im ersten Schritt geht es mal darum, Ideen zu sammeln. Denn damit du Texte schreiben kannst, die sowohl Google als auch potenzielle Kundinnen und Kunden begeistern, musst du ja zunächst einmal wissen, worum es auf deiner Seite genau gehen soll.

Das ist doch einfach, denkst du jetzt. Um meine Dienstleistung/meine Produkte, natürlich!

Das stimmt zwar, aber wenn es darum geht, die Unternehmenswebsite zu texten, stellen viele frisch gebackene Selbstständige fest, dass sie ihr Angebot gar nicht so richtig in Worte fassen können. Und das ist ein massives Problem, denn Suchmaschinen arbeiten textbasiert. Die Texte auf deiner Webseite entscheiden also darüber, ob du Google beeindrucken kannst oder nicht.

Also – wie gehen wir vor?

Zunächst einmal geht es darum, aus deinem Thema (das ist deine Dienstleistung bzw. deine Produkt-Nische) Ideen für Keywords abzuleiten. Idealerweise legst du dir pro angebotener Dienstleistung/pro Produktkategorie eine eigene Liste mit potenziellen Keywords an.

Ich gebe dir eine Reihe von Fragen an die Hand, mit deren Hilfe du dich deinen richtigen Keywords Schritt für Schritt nähern kannst. Schreib dir am besten zu jeder Frage Stichpunkte auf. Diese Stichpunkte werden später die Basis deiner Keyword-Recherche sein.

  • Worum geht es auf deiner Webseite? Was ist dein Thema?
  • Was gehört zu deinem Thema und was gehört nicht dazu? Es ist wichtig, dass du dein Thema gut eingrenzen kannst.
  • Was unterscheidet dich von den 100 anderen Webseiten zu deinem Thema/deiner Dienstleistung/deiner Produktnische? Hast du ein Alleinstellungsmerkmal (USP oder Unique Selling Point). Falls nicht: Was könnte dein USP sein?
  • Für WEN ist deine Dienstleistung/sind deine Produkte gedacht? Welches Problem löst du für deine potenziellen Kundinnen und Kunden?
  • Welche Begriffe würdest du selbst bei Google eingeben, um zu finden, was du anbietest?

Schlüpf deiner Zielgruppe in die Köpfe

Wenn du dein Marketing selbst machst, dann kommst du um die Definition deiner Zielgruppe nicht herum. Insbesondere im Rahmen der Positionierung, die für deinen Business-Erfolg essenziell ist, darf die Zielgruppen-Analyse inklusive Buyer Personas nicht fehlen.

Auch im Rahmen deiner Positionierung bei Google ist es wichtig, dass du deine Zielgruppe kennst. Denn um die richtigen Keywords für deine Webseite zu finden, musst du genau wissen, wie die Menschen, die du mit deinem Angebot erreichen willst, sich in der Online-Suche verhalten.

Gruppe von Menschen, die ein Brainstorming machen, um Keyword Ideen zu finden.
Das initiale Brainstorming für deine Keyword-Recherche solltest du nicht alleine machen: Mehr Köpfe, mehr Ideen!

Zunächst einmal musst du entscheiden, ob sich dein Angebot an Menschen richtet, die sich mit deiner Dienstleistung/deinem Produkt bereits sehr gut auskennen (das ist häufig im B2B Business der Fall), oder ob deine Zielgruppen Laien sind.

Laien suchen IMMER anders als Profis.

Du kannst bei der Keyword-Recherche nämlich nicht davon ausgehen, wie du selbst nach deinem Angebot suchen würdest. Frag dich stattdessen folgendes:

  • Wie würdest du dein Angebot jemandem beschreiben, der noch nie davon gehört hat, was du machst?
  • Welche Begriffe würde eine Person bei Google eintippen, die deine Dienstleistung/dein(e) Produkt(e) zwar dringend braucht, aber nicht weiß, dass sie existieren?
  • Versetz dich in deine Zielgruppe hinein: Welche Fragen/Probleme haben sie (im Zusammenhang mit deiner Dienstleistung/deinem Produkt)? Wie suchen sie online nach Antworten und Lösungen?

Pro-Tipp: Wenn du die Möglichkeit hast, solltest du an dieser Stelle unbedingt ein paar Interviews mit Menschen führen, die zu deiner Zielgruppe gehören!

(2) Keyword-Ideen mit Suchintention abgleichen

Die Suchintention oder engl. Search Intent ist eines der Buzzwords, die im Zusammenhang mit Keyword-Recherche und SEO-Optimierung immer wieder auftauchen. Die Suchintention beschreibt den Intent, die Absicht oder Ziel hinter einem Keyword:

Was will der User mit dieser Suche erreichen? Was für ein Ergebnis erwartet er?

Es ist extrem wichtig, dass du für die Ideen, die du in Schritt (1) gesammelt hast, die jeweilige Suchintention überprüfst. Nur so kannst du nämlich sicherstellen, dass die Absicht, die DU hinter einem bestimmten Keyword vermutest, sich auch wirklich mit der Absicht deckt, die deine potenziellen Kund*innen haben, wenn sie diese Suchanfrage stellen.

Viele Blog- und Webshop-Betreiber, aber auch viele Marketer machen den Fehler, stur auf ein bestimmtes Keyword zu optimieren, von dem sie glauben, dass es relevant sind. Es heißt aber nicht umsonst Keyword-RECHERCHE: Wenn wir alle schon wüssten, wie die Leute suchen, bräuchten wir keine Keyword-Analyse mehr. Um die Suchintention herauszufinden, brauchst du grundsätzlich weder teure SEO-Tools, noch umfangreiche Analysen, sondern zunächst einmal nur Google selbst (oder eine andere Suchmaschine deiner Wahl).

Rausfinden, welchen Search Intent Google vermutet

Bei der Überprüfung der Suchintention prüfst du eigentlich nicht, welchen Search Intent die User haben, sondern du überprüfst, welchen Search Intent Google bzw. die Suchmaschine deiner Wahl hinter einem Keyword vermutet. Denn DAS ist letzten Endes der Content, den du toppen musst! Deshalb benutzen wir in Schritt (2) die Suchmaschine selbst, um deine Ideen zu überprüfen und die richtigen Keywords zu finden.

So gehst du vor:

Du gehst bei Google bzw. der Suchmaschine deiner Wahl in den Inkognito-Modus und tippst deine Keyword-Idee ein. Dies kann ein einzelnes Keyword, mehrere Wörter oder auch kurze Phrasen sein. Dann schaust du dir an, welche Ergebnisse die Suchmaschine ausspielt:

Welche Inhalte und welche Websites ranken zu deiner Keyword-Idee am besten? Schau dir mindestens die top 3 Ergebnisse in der organischen (=nicht bezahlten) Google-Suche an: Decken sich diese Suchergebnisse inhaltlich mit dem, was du dir bei dem Keyword vorgestellt hast? Wenn ja, dann dürfen die Ideen auf deiner Liste bleiben – an die Feinjustierung und den genauen Zuschnitt deiner Keywords geht es erst in Schritt (4).

Du wirst aber auch oft feststellen, dass Google eine andere Intention hinter deinen Keyword-Ideen vermutet als du selbst. Ein Beispiel: Nehmen wir an, du bist Web Developer und möchtest Kund*innen anziehen, die sich ihre Website von dir erstellen lassen wollen. Deine Keyword-Idee ist also „Website erstellen“. Für dieses Keyword spielt die Suchmaschine zunächst einmal vier Google Ads aus (auf dem Screenshot nicht mit drauf).

In den Top 3 organischen Ergebnissen haben wir zwei DIY-Website-Builder (WIX und Jimdo) und eine ausführliche DIY-Anleitung zum Aufsetzen von Websites:

Du siehst also: Leute, die „Website erstellen“ googeln, wollen ihre Seite selbst aufsetzen und eigentlich nur wissen, wie sie dabei vorgehen müssen. Für dich bedeutet das: „Website erstellen“ ist wahrscheinlich nicht das richtige Keyword für dich, weil es Menschen anzieht, die an deiner Dienstleistung nicht interessiert sind.

Ähnliche Keywords finden

Der Test in der Suchmaschine ist deshalb so wichtig, weil er dir nicht nur zeigt, welche Keyword-Ideen für dich nicht funktionieren werden, sondern du kannst direkt auch Alternativen testen und prüfen, ob vielleicht Varianten deiner ursprünglichen Idee besser die Suchintention treffen, die für dich günstig ist. Eine Möglichkeit wäre hier zum Beispiel die Suchanfrage „Website erstellen lassen“. Die SERPs für dieses Keyword sehen schon vielversprechender aus, denn hier sind die top 3 Ergebnisse alles Anbieter-Seiten inkl. einem Featured Snippet:

Übrigens musst du eine Keyword-Idee nicht verwerfen, nur weil Google dahinter eine andere Suchintention vermutet als du. Überleg dir stattdessen lieber, ob der zur Suchintention passende Inhalt nicht auch nützlich für deine eigene Webseite wäre.

Es wäre ja zum Beispiel möglich, dass jemand „Webseite erstellen“ googelt, weil er es eigentlich selbst machen will. Nach eingehender Recherche entscheidet er sich dann aber, doch jemanden mit der Erstellung zu beauftragen – diesen Kunden hättest du dann also verloren, weil du für diese Suchintention nicht den passenden Inhalt anbietest.

Das ist übrigens auch der Grund dafür, warum viele Dienstleister einen SEO-optimierten Blog aufbauen: Damit sie auch jene Suchanfragen „bedienen“ können, hinter denen nicht direkt eine Kaufabsicht, sondern die Suche nach Informationen steht (mehr dazu im nächsten Absatz).

Übrigens: Die Suchmaschine deiner Wahl schlägt dir von selbst verwandte Suchanfragen und ähnliche Keywords wie jene, die du gegoogelt hast, vor. Et voilà: Weitere Keyword-Ideen für deine Website!

Arten von Suchanfragen

Die (Such-)Intention entscheidet darüber, welche Art von Keyword deine potenziellen Kund*innen verwenden. Es gibt viele verschiedene Arten von Keywords (welche das sind, kannst du im Detail hier nachlesen). Die beiden wichtigsten Keyword-Arten, die du für dein Online Marketing unbedingt kennen solltest, sind die informationellen und die transaktionalen Keywords:

  • informationell: Der/die User*in ist auf der Suche nach Informationen.
  • transaktional: Der/die User*in hat bereits eine konkrete Kaufabsicht.

Es ist wichtig, dass du den Unterschied zwischen informationell und transaktional erkennst, weil du diese beiden Keyword-Arten in deinem Marketing unterschiedlich einsetzen musst.

Die Intention hinter dem Keyword (Informationsbeschaffung oder Kaufabsicht) zeigt dir nämlich, an welchem Punkt der Customer Journey (Kundenreise) der/die User*in gerade steht. Will der User sich erst einmal über ein Thema informieren, steht er noch ziemlich am Anfang. Sucht die Userin bereits konkret nach einem Dienstleister/einem Anbieter, ist sie in ihrer Customer Journey schon sehr fortgeschritten und steht bereits kurz vor der Conversion.

Die Keyword-Art bestimmt das Content-Format

Der Knackpunkt ist jetzt, dass du diesen beiden Menschen, die in ihrer Customer Journey an unterschiedlichen Punkten stehen, auch unterschiedlichen Content bzw. unterschiedliche Content-Formate anbieten musst, um sie zu Neukund*innen zu machen.

Jemand, der Informationen sucht, erwartet ein Blog- oder Ratgeber-Format, in dem das Thema ausführlich dargestellt wird. Jemand, der schon nach einem Anbieter sucht, erwartet eine übersichtliche Landingpage, die die angebotene Leistung kurz & knackig beschreibt und eine Kauf- bzw. Buchungsmöglichkeit zur Verfügung stellt.

Tabelle mit einer Übersicht von Keyword-Arten.
Die Art von Keywords entscheidet darüber, welches Content-Format deine potenzielle Kundschaft erwartet.

Wenn du deinen Keyword-Plan erstellst, solltest du deine Suchanfragen von Anfang an in informationell und transaktional trennen, damit du deinen Content später entsprechend gut planen kannst. Vergiss dabei aber nicht, dass mehr als 80 Prozent aller Suchanfragen informationell sind. Wenn es dir also darum geht, viele Besucher auf deine Webseite zu bringen, kommst du wahrscheinlich nicht darum herum, deiner Website einen Blog hinzuzufügen.

(3) Wettbewerb und Suchvolumen checken

Sobald du eine Liste mit möglichen Keywords hast, prüfst du diese mit entsprechenden Tools auf Herz und Nieren. Keyword-Tools helfen dir nicht nur dabei, noch weitere relevante Keywords zu finden, sondern sie setzen deine Suchanfragen auch direkt ins Verhältnis zu dem jeweiligen Suchvolumen und dem Wettbewerb. Das ist wichtig, weil es dir anzeigt, wie schwierig (oder wie leicht) es sein wird, für das jeweilige Keyword schnell bei Google nach oben zu kommen.

Suchvolumen gegen Wettbewerb abwägen

Die meisten Keyword Recherche Tools zeigen dir das monatliche Suchvolumen für deine Begriffe an. Auf den ersten Blick ist es natürlich verlockend, ausschließlich Keywords mit hohem Suchvolumen für deine Webseite zu verwenden. Das Problem: Hohe Suchvolumen sind in der Regel von starker Konkurrenz begleitet. Wir schauen uns als Beispiel eine Keyword-Analyse für die Suchanfrage „Tattoo Berlin“ in meinem Lieblingstool SEMrush an:

Nach „Tattoo Berlin“ suchen im Monat 4.400 Menschen, nach „Tattoo Studio Berlin“ ebenfalls. Sie haben allerdings eine Keyword Difficulty von 38 bzw. 30, was bedeutet, dass beide Keywords im organischen Ranking schon relativ stark besetzt sind. Für Webseiten, die ganz neu aufgesetzt werden und sich den Trust bei Google erst einmal verdienen müssen, ist es zielführender, auf Keywords mit weniger Konkurrenz, also einer geringeren Keyword Difficulty zu optimieren.

In diesem Fall wären das zum Beispiel „Fine Line Tattoo Berlin“ (KD 7) bzw. „Fineline Tattoo Berlin (KD 10). Beide Key-Phrases haben zwar „nur“ 1.000 Suchanfragen pro Monat, aber du musst dich im Ranking dafür auch gegen deutlich weniger Wettbewerber durchsetzen.

Je relevanter Google deine Webseite für dein spezifisches Thema findet, desto leichter wird es, auch für Keywords mit stärkerem Wettbewerb gut zu ranken.

Kostenlose Keyword Recherche Tools

First things first: Google selbst stellt Webseitenbetreibern eine ganze Reihe an kostenlosen SEO-Tools zur Verfügung. Diese sind allerdings eher dazu geeignet, die Performance deiner Website im Auge zu behalten. Kostenlose Tools für die Keyword-Recherche sind zum Beispiel:

  • Keyword Shitter: Du gibst dein Thema ein und der Keyword Shitter spuckt alle Terms und Phrasen aus, die in diesem Zusammenhang im Netz auftauchen. Suchvolumen, Klickpreise oder Konkurrenz-Analyse gibt es hier zwar nicht, aber das Tool ist super, um noch mehr Keywords für deine Seite zu finden!
  • Answer the publicAnswerthepublic funktioniert ähnlich wie der Keyword Shitter, nur dass die Terms vorsortiert und grafisch dargestellt werden. Basis sind die Suchanfragen, die Nutzer bei Suchmaschinen stellen.
  • Keyword Surfer: Bei Keyword Surfer handelt es sich um eine kostenlose Erweiterung für Chrome, die du über den Chrome Web Store installieren kannst. Das Plugin zeigt dir für alle deine Google-Suchen weitere relevante Keywords inklusive Suchvolumen an.
  • Keywords Everywhere: Auch Keywords Everywhere ist eine kostenlose Erweiterung für Chrome und für Firefox, die dir ähnliche Keywords inklusive Suchvolumen anzeigt.
  • W-Fragen Tool: Das W-Fragen-Tool zeigt dir alle W-Fragen (Wie, Was, Warum, Wo), die bei Google zu einem bestimmten Keyword gestellt werden. Sehr nützlich, wenn du informationsbasierte Blogartikel schreiben willst!

Wettbewerber-Keywords herausfinden

SEO Experten und -Expertinnen werden dir grundsätzlich dazu raten, die besten Keywords deiner direkten Konkurrenten herauszufinden. Warum? Ganz einfach: Die Keywords, die deine Wettbewerber aktuell besetzen, sind sehr wahrscheinlich auch für dich relevant.

Um herauszufinden, welche Anbieter dir im organischen (= nicht-bezahlten) Google-Ranking Konkurrenz machen, gibst du ein paar der Keywords, die du bei deiner Recherche bereits herausgefunden hast, bei Google ein und schaust dir alle Seiten an, die in den SERPs auf den oberen Positionen ausgespielt werden. Du kannst diesen Prozess beschleunigen, wenn du Tools wie SEOLYZE, SEMrush oder SISTRIX nutzt.

Alle drei Tools spucken dir pro Keyword die ersten 10 Positionen in der Google-Suche aus. Hast du darunter einen interessanten Wettbewerber gefunden, kannst du dein jeweiliges Tool nutzen, um dir das gesamte Keyword-Set deines Wettbewerbers anzuschauen.

Die richtigen Keywords finden durch Wettbewerbs-Analyse.
Die Konkurrenz-Analyse ist ein wichtiger Bestandteil deiner Keyword-Recherche. Nicht versäumen!

Du solltest nicht alle Keywords, für die dein(e) Wettbewerber gut ranken, ungeprüft für deine Keyword-Liste übernehmen. Manchmal kommen Rankings nämlich rein zufällig zustande und generieren für eine Webseite zum Beispiel viel Traffic, der aber nicht zu Anfragen führt.

In kostenpflichtigen SEO-Tools kannst du die Wettbewerber-Keywords zum Beispiel nach Suchintention und Suchvolumen filtern, um jene Keywords zu finden, die auch für dich relevant sind. Tools, die dafür sehr gut geeignet sind, wären zum Beispiel:

  • Adwords Planner: Der Adwords Keyword-Planner ist das Tool für die Keyword-Recherche von Google. Um ihn zu nutzen, musst du normalerweise eine (kostenpflichtige) Kampagne geschaltet haben. Du bekommst Keyword-Vorschläge, monatliches Suchvolumen, ungefähre Klickpreise und du kannst Konkurrenz-Analysen machen.
  • SEOLYZESEOLYZE gibt dir einen Überblick über monatliches Suchvolumen im DACH-Bereich, bietet dir eine detaillierte Konkurrenz-Analyse und die Möglichkeit, deine eigene Seite mit dem Wettbewerb zu vergleichen und zielgerichtet zu optimieren.
  • SISTRIXSISTRIX ist ein Tool, das sich in erster Linie für die Wettbewerbs-Analyse eignet, da du andere Webseiten gezielt auf ihre besten Keywords hin überprüfen kannst. Plus: SISTRIX zeigt dir den Sichtbarkeitsindex Verhältnis mit den Keywords, die du abdeckst, dem durchschnittlichen monatlichen Suchvolumen und den Wettbewerbern in deiner spezifischen thematischen Nische.

(4) Fokus-Keywords auswählen

Wenn wir von den „richtigen Keywords für deine Webseite“ sprechen, dann meinen wir eigentlich: die richtigen Fokus-Keywords. Denn beim SEO-Texte-Schreiben optimierst du jede Seite (jeden Blogartikel, jede Landingpage usw.) auf EIN Keyword – dein sog. Fokus-Keyword.

Dieses Fokus-Keyword benutzt du für keine andere Seite deiner Webseite mehr. Warum nicht, das kannst du in epischer Länge in meinem Blogartikel über Keyword-Kannibalismus nachlesen. Die Kurzfassung sieht so aus: Wenn für Google nicht klar ersichtlich ist, für welches Keyword eine Seite primär ranken soll, dann geht die Suchmaschine davon aus, dass du deinen Content nicht gut geplant hast. Ergo: Schlechtere Positionen in den Suchergebnissen. 🙁

Das Fokus-Keyword ist thematisch spitz

Ein gutes Fokus-Keyword hat einen klaren Search Intent, ein gutes bzw. für dich akzeptables Suchvolumen und möglichst wenig Konkurrenz. Es kann durchaus sein, dass du bei den Schritten (1) bis (3) unserer Keyword-Recherche schon den einen oder anderen Suchbegriff gefunden hast, der sich gut als Fokus-Keyword eignet.

In vielen Fällen ist es aber notwendig, die Keywords thematisch „spitzer“ zu machen – und oft bedeutet das, dass das Keyword an sich länger (weil spezifischer) wird. Wir sprechen in diesem Zusammenhang auch von sog. Head-, Mid- und Longtail Keywords.

Je spitzer und präziser du dein Thema zuschneiden kannst, desto weniger Konkurrenz hast du.

Head-, Mid- und Longtail Keywords

Bei Short-Tail- und Long Tail Keywords geht es zunächst einmal nur um die Anzahl der Wörter. Denn wie wir schon gesehen haben, ist ein Keyword nicht zwingend EIN Wort. Deshalb sprechen wir auch häufig von Suchphrasen oder Search phrases anstelle von ‚Keywords.‘ Grundsätzlich hast du es im Bereich der Suchmaschinenoptimierung mit drei Kategorien von Suchanfragen zu tun:

  • Head bzw. Short Tail: ein oder maximal zwei Wörter (z.B. „Schlaflabor“)
  • Mid Tail: in der Regel zwei Wörter (z.B. „Schlaflabor Wien“)
  • Long Tail: drei oder mehr Wörter (z.B. „Schlaflabor Wien Kosten“)

Short-, Mid- und Long-Tail-Keywords haben jeweils bestimmte Eigenschaften, die ihren Platz bzw. ihre Stellung innerhalb der Customer Journey definieren.

Das ist auch der Grund dafür, warum 1-Wort-Keywords normalerweise nicht als Fokus-Keyword ausgewählt werden: Sie sind zu allgemein. Sie haben zwar häufig ein hohes Suchvolumen, aber sie sind viel zu unspezifisch, als dass die Suchintention gut einzugrenzen wäre. Entsprechend unspezifisch sind auch die Ergebnisse, die Google zu einem Head bzw. Short Tail ausspuckt.

Long Tail Suchanfragen sind näher an der Conversion

User, die Long Tail Suchanfragen verwenden, suchen nach spezifischeren Informationen und/oder Angeboten als User, die Short Tails eintippen. Weil der Search Intent bei Long Tails sehr deutlich ist, kann Google für diese Suchen deutlich spezifischere Ergebnisse ausspielen als für Short Tails, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass der User diese Ergebnisse in den SERPS dann auch wirklich klickt (v.a., wenn es für diesen Long Tail auch noch ein Featured Snippet gibt).

Sofern das Ergebnis hält, was es verspricht, und die benötigte Information liefert, ist die Wahrscheinlichkeit, dass der User eine Conversion auslöst (eine Anfrage stellt bzw. einen Kauf tätigt), überdurchschnittlich hoch. Wir merken uns also:

Je spezifischer (und daher meistens auch wortwörtlich länger) eine Suchanfrage ist, desto näher ist sie oft auch an der Conversion.

Ein Beispiel: Jemand, wir nennen ihn Hektor, sucht nach „Schlaflabor“. Da hinter diesem Head keine eindeutige Suchintention steht, spuckt Google alles mögliche aus: Knowledge Panel, Google Places, ähnliche Fragen usw.

Als nächstes googelt Hektor „Schlaflabor Ablauf“. Hier gibt es einen eindeutigen informationellen Search Intent. Google spielt also in erster Linie Blogartikel aus, die erklären, wie eine Untersuchung im Schlaflabor abläuft.

Nachdem Hektor sich einen näheren Überblick verschafft und beschlossen hat, dass er sich um einen Termin im Schlaflabor bemühen will, geht es an die Anbietersuche. Da Hektor in Wien lebt und hofft, dass die Untersuchungen von seiner Krankenkasse bezahlt werden, googelt er als nächstes: „Schlaflabor Wien alle Kassen“.

Seine Suchanfrage ist jetzt sehr spezifisch und sehr lang. Und die Wahrscheinlichkeit, dass er auf der Webseite, die für diese Suchanfrage an erster Position ausgespielt wird, auch konvertiert (= eine Anfrage stellt) ist SEHR HOCH.

Long Tail Suchanfragen steigen

Da niemand Lust hat, sich bei einer Google-Suche durch zehn Webseiten zu klicken, bis das richtige Ergebnis dabei ist, sind wir alle sehr gut darin, die Suchanfrage so präzise zu formulieren, dass unsere Lösung idealerweise nur einen Klick entfernt ist. Es überrascht also nicht, dass Long Tail Keywords den Großteil des Suchvolumens ausmachen. Rund 15 % der Search Terms sind für den Google-Algorithmus sogar vollkommen neu.

Dieser Prozentsatz wird in Zukunft sogar immer größer werden, weil immer mehr User ihre Suchanfrage via Sprachsuche (Voice Search) absetzen. Bezüglich der Kategorisierung von Search Terms in Short-, Mid- und Long-Tail merken wir uns folgendes:

Keyword-TypSuchvolumenFokus/SuchintentionCustomer JourneyConversion-Wahrscheinlichkeit
Head/Short Tailsehr hoch/hochsehr allgemeinam Beginnsehr gering
Mid Tailhoch/mitteletwas spezifischerMitte des Wegesgering bis durchschnittlich
Long Tailgeringsehr spezifischkurz vor Kaufrecht bis sehr wahrscheinlich
Bei der Keyword-Recherche begegnen dir immer wieder Short-, Mid- und Long-Tail-Suchanfragen.

(5) Performance auswerten & nachschleifen

Suchmaschinenoptimierung ist, wenn du es richtig machst, eine never ending story. Das muss dich aber nicht deprimieren! Tatsächlich fängt der Spaß erst richtig an, wenn du die relevanten Keywords für deine Seite gefunden, deine Website-Texte geschrieben und deine Keywords an den richtigen Stellen eingesetzt hast. Jetzt kannst du nämlich zuschauen, wie deine Seite langsam aber sicher immer mehr Zugriffe bekommt! 😀

Damit du diese Entwicklung nachvollziehen und bei Bedarf auch nachjustieren kannst, solltest du dich mit mindestens einem Tool für die Performance-Analyse vertraut machen. Viele Webseitenbetreiber nutzen hierfür zum Beispiel Google Analytics. Ich persönlich bin ein großer Fan der Google Search Console (SC).

Die SC zeigt dir, wie deine Webseite in der organischen (= nicht-bezahlten) Google-Suche performt, für welche Keywords sie an welchen Positionen ausgespielt wird und welche Seiten für wie viele Suchanfragen ranken. Außerdem kannst du überprüfen, wie gut das Crawling funktioniert, wie schnell deine neuen Seiten indexiert werden, welche eingehenden Links deine Webseite hat (Backlinks), und wie gut deine eigene interne Verlinkung ist.

Screenshot der Google search Console, einem von Google kostenlosen SEO-Tools.
Das Wachstum deiner Seite in der SC: Bei gesunden Seiten steigt die Kurve der Zugriffe (blau) kontinuierlich an.

Content pflegen und laufend optimieren

Gute Positionen bei Google: Enjoy them while you can! Wenn du bei Google zuverlässig für deine wichtigsten Keywords gefunden werden willst, dann musst du deine Positionen laufend gegen die Konkurrenz verteidigen. Die machen nämlich auch SEO! 😉

Manchmal bedeutet das, dass du schnell reagieren musst, weil von heute auf morgen zum Beispiel dein Sichtbarkeitsindex gefallen ist und du nicht weißt, warum. In den allermeisten Fällen heißt „Positionen verteidigen“ aber, dass du deinen Content laufend optimieren musst.

SEO-Experten werfen die Content-Pflege in Kundengesprächen oft locker in den Raum, ohne wirklich zu erklären, was das bedeutet. Das holen wir jetzt nach: Content-Pflege meint, dass du das optimieren musst, was bereits da ist, und zusätzlich laufend neuen Content (z.B. neue Blogartikel) auf deiner Webseite veröffentlichen solltest.

Wenn du keine Zeit hast, dir regelmäßig selbst neue Blogartikel aus den Fingern zu saugen, solltest du dir überlegen, speziell auf dein Unternehmen zugeschnittene Blogartikel schreiben zu lassen. So kannst du sicherstellen, dass du nicht „irgendwas“ veröffentlichst, sondern dass jeder neue Artikel zum Wachstum deiner Seite beiträgt und weitere Leads für dich generiert.

Wenn es darum geht, den bestehenden Content zu optimieren, solltest du strategisch vorgehen. Eine Optimierung lohnt sich v.a. dann, wenn eine Seite zwar für wichtige Keywords rankt (das siehst du dann in der Search Console), aber noch nicht die besten Positionen hat. Hier kann es zum Beispiel sinnvoll sein, die Keyword-Ausprägung zu optimieren.

Übrigens lohnt sich auch in der Content-Pflege ein Blick auf die Konkurrenz. Wir sprechen in diesem Zusammenhang auch vom sog. Skyscraper-Methode: Analysiere die drei Webseiten, die zu deinem jeweiligen Fokus-Keyword am besten ranken. Schau dir an, was sie vielleicht besser machen als du: Warum bevorzugt die Suchmaschine deren Seite? Stell dir folgende Fragen:

  • Wie sind die Seiten aufgebaut? Welche Struktur folgen sie?
  • Was für Zwischenüberschriften verwenden sie?
  • Arbeiten sie mit Medien, z.B. Bilder oder Videos?
  • Wie ist die Sprache des Textes? Was kannst du davon lernen?

In 4 Wochen bei Google nach oben

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Keyword-Recherche – die Anleitung

Wir machen die Keyword-Recherche jetzt zusammen! Ganz am Anfang steht normalerweise ein sehr generischer Short-Tail wie z.B. „Schädlingsbekämpfung“, „Friseur“ oder „SEO Agentur“. Manchmal verraten dir diese sehr allgemeinen Suchbegriffe aber schon, in welche Richtung du mit deinem Content wahrscheinlich gehen musst.

Beispiel: Nehmen wir an, mein Kunde ist ein Friseur in Wien, der gerne einen Blog aufbauen möchte, um mehr Traffic und damit auch neue Kund*innen auf seine Webseite zu bringen. „Friseur“ selbst ist ein sehr generischer Suchbegriff mit einem hohen Suchvolumen.

  • In Österreich suchen knapp 15.000 Menschen im Monat nach „Friseur“.
  • Es handelt sich sowohl um ein navigationales (ich habe ein Ziel: einen Friseur) als auch
  • um ein transaktionales Keyword (ich beabsichtige, einen Termin zu buchen).

Mein Problem: Der Wettbewerb für ein Keyword mit so hohem Suchvolumen ist massiv. Selbst, wenn ich es auf „Friseur Wien“ einschränke, lande ich bei 5.400 Suchanfragen pro Monat (meine Daten stammen aus dem Tool SEOLYZE). Und die Google-Ergebnisliste ist voll mit Google Places und Google Ads. Die Google Places werden wir bei einem so lokalen Suchbegriff wie „Friseur“ nicht loswerden. Aber die Google Ads können wir möglicherweise umgehen, indem wir das Keyword „spitzer“ machen.

Verwandte Suchanfragen

Um meinen Suchbegriff stärker einzugrenzen und spezifischer zu machen, brauche ich zunächst einmal keine Tools, sondern kann Google nutzen. Ich googele (im Inkognito-Modus) Friseur Wien und schaue mir die „verwandten Suchanfragen“ am Ende von Seite 1 an:

Die verwandten Suchanfragen bei Google helfen dir bei der Keyword-Recherche.

Dadurch, dass Google meine IP-Adresse abfragt und sieht, dass ich mich momentan in Wien befinde, kann die Suchmaschine die SERPs auf meine Position zuschneiden. Mir werden daher nicht nur Friseure in Wien angezeigt (oben auf Seite 1), sondern spezifische Suchen, die Leute in meiner Region im Zusammenhang mit der Suchanfrage Friseur Wien abgesetzt haben.

Interessant sind hier für mich vor allem die Suchanfragen „Friseur Farbspezialist“ und „Friseur Typveränderung“, denn offenbar gibt es für diese Leistungen ein spezifisches Interesse. In diesem Bereich sprechen wir von einem Mikrothema: Die meisten Keyword-Recherche Tools würden dir dafür wahrscheinlich keinen Wert anzeigen, weil das Suchvolumen zu gering ist. Das heißt aber nicht, dass kein Suchvolumen vorhanden ist.

Mit Long Tail- und Nischen-Keywords beginnen

Wenn ich einen Content-Bereich ganz neu aufbaue, starte ich grundsätzlich mit Keywords, die nicht all zu stark umkämpft sind. Das bedeutet in der Regel zwar auch, dass sie weniger Suchvolumen haben als ihre beliebten Geschwister, aber dafür ist es deutlich einfacher, für diese sog. Nischen-Keywords gute Rankings zu bekommen. Solange sich der Content-Bereich noch im Aufbau befindet, solltest du stark umkämpfte Keywords meiden, weil

  • deine Webseite bei Google noch keine Autorität für dein Thema (z.B. Friseurleistungen) aufgebaut hat, weswegen der Wettbewerb bevorzugt wird.
  • du noch keine Backlinks gesammelt hast, die Google dabei helfen, deine Website positiv zu bewerten (mehr Informationen über Backlink-Aufbau).
  • du noch keine interne Linkstruktur aufgebaut hast, die deine Besucher auf Unterseiten mit Mehrwert leiten.
  • Google noch keine Daten von deiner Website empfangen hat (Bounce Rate, Interaktion, User Experience), die deine Seite gegenüber der starken Konkurrenz auszeichnen würden.

Fokus-Keyword wählen

Natürlich ist es trotzdem wichtig, DASS es ein Suchvolumen gibt. Wenn du dich hierfür nicht auf die „verwandten Suchanfragen“ verlassen willst und die Tools dir kein Ergebnis liefern, gibt es noch einen anderen Trick: Du kannst checken, ob zu deinem favorisierten Suchbegriff Google Ads ausgespielt werden. Ist das der Fall, gibt es definitiv Suchvolumen, wenn auch überschaubar. Machen wir die Probe auf Exempel und googeln „Friseur Wien Farbspezialist“ im Inkognito-Modus:

Bei zu vielen Google Ads ist die Konkurrenz zu groß. Aber eine einzige Anzeige ist ein gutes Zeichen.

Wie wir sehen, spielt Google zu unserem Keyword „Friseur Wien Farbspezialist“ eine Anzeige mit einem ähnlichen Wording (Farbspezialist Wien) aus. Wir können also davon ausgehen, dass ein Suchinteresse beim Nutzer vorhanden ist. Anderenfalls würde niemand auf das Keyword bieten. Gleichzeitig ist es ein gutes Zeichen, dass nur eine einzige Anezige ausgespielt wird.

Mehrere Google Ads oben (und möglicherweise noch mehrere unten) auf Seite 1 sind ein Indiz dafür, dass ein Keyword stark umkämpft ist. In diesem Fall haben wir aber Glück und können „Friseur Wien Farbspezialist“ als unser Fokus-Keyword wählen.

Recherche nach weiteren wichtigen Keywords

Da es beim SEO Texte schreiben natürlich nicht darum geht, dein Fokus-Keyword einfach nur so oft wie möglich in deinem Text unterzubringen (Stichwort Keyword-Stuffing), sondern dein Thema relevant, übersichtlich und vollständig darzustellen, hört die Keyword-Recherche nicht beim Fokus-Keyword auf. Allerdings kann deine weitere Analyse auf diesem Keyword aufbauen.

In Tools wie SEOLYZE kannst du dir jetzt z.B. anzeigen lassen, welche weiteren Keywords im Zusammenhang mit deiner Fokus-Keyphrase wichtig sind. SEOLYZE errechnet diese Werte, indem das Tool mittels WDF/IDF-Analyse herausfindet, welche Begriffe auf den Webseiten mit den Top-Rankings zu deinem Keyword vorkommen. Anschließend bildet es Durchschnittswerte und zeigt dir diese sowohl grafisch als auch in Form einer Liste an:

Die Liste von Keywords in SEOLYZE geht quasi endlos weiter. Ich versuche, in meinem Text mindestens die TOP 20 abzudecken.

Du musst dich beim Schreiben natürlich nicht sklavisch an diese Keyword-Liste halten. Allerdings solltest du versuchen, möglichst viele der Top 10 bis Top 20 Keywords in deinem Text unterzubringen. Das signalisiert Google nämlich, dass du eben NICHT stur auf EIN Keyword (dein Fokus-Keyword) optimiert hast. Google belohnt Seiten, die ihre Themen mit viel Expertise darstellen und versuchen, ihren Besucher*innen einen echten Mehrwert zu bieten.

Kennst du die Funktion von Meta Tags für SEO? Oder weißt du, warum es Quatsch ist, einen Artikel auf mehr als ein Fokus-Keyword zu optimieren?

Im MONTHLY SNIPPET-HUNTER teile ich jeden Monat ein Goodie aus dem Suchmaschinenoptimierungsalltag!

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ÜBER MICH

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Ich bin Nele Nikolaisen, Werbetexterin & SEO Consultant aus Wien.
Auf meinem No-Bullshit-SEO-Blog teile ich meine Erfahrungen aus 7+ Jahren auf Seite 1 und übersetze die Buzzwords der SEO-Szene in echte Menschensprache.

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Nele Nikolaisen
Nele Nikolaisen
Nele Nikolaisen ist SEO Consultant und Expertin für suchmaschinenoptimierte Inhalte. Privat ist sie Bücherfreundin mit Thomas-Mann-Faible, Cineastin mit Horror-Spleen und begeisterte Mama von 78 Grünpflanzen und einer Zaubernuss. Auf Select SEO teilt sie ihre Erfahrungen im Kampf um die besten Positionen bei Google und gibt Insider-Tipps rund um Content Creation, Storytelling und das Schreiben von verdammt guten SEO-Texten.

1 Kommentar zu „Die richtigen Keywords finden für deine Webseite“

  1. Liebe Nele,

    ich bin dankbar für deinen Artikel. Die richtigen Keywords für die eigene Website ausfindig zu machen, verlangt Vorbereitung.
    Dass du eine ganze Anleitung geteilt hast, ist prima. 🙂

    Liebe Grüße
    Koral

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